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Dozent*in

Marie Cramer

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Mein Name ist Marie Cramer, laut Ausweis sogar Marie-Luise. Zur Floristin wurde ich Anfang der 90er Jahre von Gregor Lersch in Bad Neuenahr ausgebildet. Diese Zeit habe ich unheimlich genossen. Ein tolles Team von Blumen-Enthusiasten, viele internationale Seminargäste, lehrreiche Stunden im alten Garten ... Ja, genau, ein Garten gehörte dazu und hat uns mit Beiwerk und Blumen - oft in ganz besonderen Wuchsformen - versorgt. Floristisch gesehen war das die Zeit, die mich am stärksten geprägt hat.

Danach kamen die Lehr- und Wanderjahre: 6 Monate Praktikum in den USA, 2 Jahre Floristin in Bonn und 3 Monate Praktikum in den Niederlanden. Während der Ausbildungs- und Floristenzeit habe ich mich an Berufswettkämpfe getraut und wurde 2x mit dem dritten und 1x sogar mit dem ersten Platz belohnt.

Die Meisterschulzeit war gefüllt vom Austausch mit Kolleg*Innen. Wenn auch ein Jahr Vollzeitschule bedeutet, dass ich dauernd knapp bei Kasse und mir für kaum einen Job zu schade war (ich gestehe, Messestand für Steckmasse war auch dabei), war es eine intensive, schöne, anstrengende und wertvolle Zeit.

Mit frischem Meistertitel habe ich mich 1998 selbstständig gemacht und den Schwerpunkt auf Trockenblumen gelegt. Meine Eltern haben in ihrer Gärtnerei Trockenblumen angebaut, ich saß da an der Quelle.

Ein halbes Jahr nach der Geburt meines ersten Kindes habe ich das Geschäft aufgegeben. Soloselbständig mit Ausstellungen, Öffnungszeiten und Baby passen nicht gut zusammen. Kurz nach dem Wiedereinstieg in den Beruf hatte ich einen fiesen Unfall mit der Folge, den Beruf nicht mehr ausüben zu können. Adieu Blumenladen ...

... willkommen Slowflower-Gedanken! Tatsächlich war einer der ersten Gedanken in der Neuorientierung, dass ich nie mehr Steckmasse anfassen möchte! Auch den schleichenden Wandel vom Einkauf beim regionalen Gärtner hin zu immer mehr Überseeware hatte ich wohl mitmachen müssen, richtig Spaß hat es aber nicht mehr gemacht, mit diesen uniformen Blumen zu arbeiten. Das floristische Schaffen habe ich nach dem Unfall vermisst, wirklich traurig war ich angesichts der Entwicklungen jedoch nicht.

Als ich dann das Workshop Geben für mich entdeckt hatte, war mir wichtig, möglichst regionale Blumen, keine Steckmasse, keinen Heißkleber etc. zu verwenden. Trockenblumen Workshops waren gefragt, woher aber regionale Trockenblumen nehmen? Ohne eigenen Anbau funktioniert das nicht. Außerdem war ich inzwischen (2021) auf die Slowflower-Bewegung aufmerksam geworden und absolut inspiriert von dem Gedanken, die Blumen nicht nur regional, sondern auch giftfrei und Ressourcen schonend anzubauen.

Florale Trends sind immer im Wandel, das Wesen der Blumen bleibt aber gleich. Egal, ob in tiefster Trauer oder fröhlichster Feierstimmung, Blumen berühren unsere Seele und begleiten uns seit Ewigkeiten. Eine florale Gestaltung, die diesem perfekt schönen Material gerecht wird und die Wirkung unterstreicht, ist mein Anliegen. Ich freue mich auf Austausch, gemeinsames Lernen und gegenseitige Bereicherung!

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