Markendesign
Die Welt von Markenstrategie, Marketing und Markendesign
Eine Marke ist das Bild, das weiterwächst, wenn du nicht im Raum bist.
Die meisten Slowflower Gründer*Innen starten mit einer großen Leidenschaft. Sie bauen giftfreie Blumen an, gestalten wilde Sträuße, pflegen Böden, schaffen Lebensräume und stecken unzählige Stunden in ihr Handwerk. Doch sobald es darum geht, sichtbar zu werden, kommt oft Unsicherheit auf.
Brauche ich überhaupt eine Marke? Ist das nicht nur etwas für große Unternehmen? Und wie soll ich neben all den anderen Aufgaben auch noch Marketing machen? Diese Gedanken begegnen mir immer wieder in der Markenarbeit mit meinen Kund*Innen.
Dabei ist eine Marke viel mehr als ein Logo oder eine schöne Website. Eine Marke ist etwas Lebendiges. Sie existiert nicht nur als Stempel auf dem Packpapier oder als Icon auf Instagram, sondern vor allem in den Köpfen und Herzen der Menschen. Dort entsteht sie als Vorstellung, als Erlebnis und als Erinnerung. Sie entscheidet mit darüber, was wir erwarten, noch bevor wir ein Angebot in den Händen halten. Und sie begleitet uns oft noch lange danach.
Gerade im Slowflower Bereich können Marken mit allen Sinnen erlebt werden. Man sieht die unglaubliche Vielfalt saisonaler Blumen, riecht ihren Duft, spürt ihre wilde Natürlichkeit und hört die Geschichten über ihren Anbau. Gleichzeitig entsteht ein großer Teil einer Marke allein durch unsere Vorstellung. Inspiriert durch Bilder, Farben, Worte und Emotionen, die Vertrauen schaffen und uns berühren.
Doch wo fängt man an? Und wie werde ich zur Marke?
Viele glauben, der erste Schritt sei ein Logo oder eine Website. Aus meiner Erfahrung ist es genau andersherum. Bevor wir überlegen wie wir sichtbar werden, dürfen wir erst verstehen, was überhaupt sichtbar werden soll.
Natürlich vergleiche ich Marken dabei gerne mit Pflanzen. Jede Blume, braucht zuerst tragende Wurzeln, einen nährstoffreichen Boden, Wertschätzung und Zeit. Das allererste Wachstum beginnt fast im Verborgenen. Erst wenn das Wurzelwerk stark ist, können Blätter, Blüten und Früchte entstehen. Mit einer Marke ist es ganz ähnlich.
Bevor wir Farben auswählen oder ein Logo gestalten, lohnt es sich, das Wurzelwerk kennenzulernen. Was treibt dich an? Warum machst du das, was du tust? Welche Haltung begleitet deine Arbeit? Was begeistert deine Kund*Innen schon heute an dir? Und was erzählen sie später ihrer Freundin oder ihrem Nachbarn von deinem Angebot? Auch ein Strauß endet nicht in dem Moment, in dem ihn jemand kauft. Er steht zu Hause auf dem Tisch, erinnert an einen besonderen Anlass, wird verschenkt, fotografiert und weitererzählt. Genau so funktionieren starke Marken. Sie leben in den Geschichten weiter.
Gerade im Slowflower-Bereich ist bereits so viel da, was erzählt werden möchte. Die Liebe zu den Jahreszeiten. Die Freude an regionalen Blumen. Das Wissen über Böden, Saatgut und Sorten. Die frühen Morgenstunden auf dem noch taunassen Feld. Die kleinen Geschichten hinter jedem floralen Arrangement und jeder Gründer*In. Wir müssen uns keine lauten Werbebotschaften ausdenken. Wir dürfen lernen, das sichtbar zu machen, was längst da ist.
Ich sage meinen Kund*Innen deshalb oft:
Tue Gutes und sprich darüber.
Eine stimmige Marke wirkt dabei nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. Wenn du Klarheit darüber hast, wofür du stehst, triffst du Entscheidungen leichter und präsentierst deine Arbeit mit mehr Selbstverständlichkeit. Du vertrittst deine Preise sicherer und Du ziehst die Menschen an, die deine Werte teilen und sich genau über dein nachhaltiges Angebot freuen. Marketing fühlt sich plötzlich nicht mehr nach lauter Werbetrommel an, sondern nach einer Einladung.
Genau dazu möchte ich die Teilnehmenden in meinen Seminaren ermutigen. Ihre ganz individuelle Markenessenz zu entdecken, ihr eine klare Form zu geben und sie mit Freude sichtbar zu machen. Um die Menschen zu erreichen, die sich genau nach dieser Art von Blumen, dieser Haltung und dieser Geschichte sehnen. Damit aus einer Leidenschaft eine Marke wird, die wächst, berührt und in Erinnerung bleibt.
Ich wünsche mir, dass jede Slowflower Gründer*In am Ende nicht nur mit einem klaren Markenkonzept und einem eigenem Moodboard nach Hause geht, sondern mit dem Gefühl: Jetzt weiß ich, wofür meine Marke steht. Und ich freue mich darauf, sie mit anderen zu teilen.
Ein Beitrag von Julia Zitzelsberger // Design – julia-zitzelsberger.de
Willst du intensiver in das Thema eintauchen? Dann schau dir ihre Seminare „Markenstrategie & Markendesign für Slowflower Gründer*Innen“ an.
Bilder: Julia Zitzelsberger // Design – julia-zitzelsberger.de, Matthias Paintner – @scale_vision
