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Natürliche Abschiedsblumen

Trauer ist so individuell, wie die Menschen selbst.

Blumen in Trauermomenten

Jeder Mensch kann trauern – von klein auf. Wir wissen instinktiv, was uns in Trauermomenten gut tut. Das zu realisieren und darauf zu vertrauen, dass meine spontanen Wünsche nach dem, was ich in diesen Momenten tun möchte, richtig sind, das ist nicht selbstverständlich. Unsere Gesellschaft rüttelt sehr an diesem Vertrauen, das wir haben sollten.

Manche Menschen wollen im Trauerfall nachdenken und recherchieren, was ihnen helfen könnte. Andere wollen vielleicht einfach ins Tun kommen, wollen etwas gezeigt bekommen und selber gestalten. Wieder andere wollen ihre Trauer erleben und fühlen, indem sie Musik hören oder sich in Erzählungen an gemeinsame Momente mit dem Verstorbenen erinnern. Auch das Vermeiden und Wegschieben ist ein Weg, mit Trauer umzugehen. Wir schützen uns vor dem schrecklichen Gedanken, bis wir Kraft gesammelt haben, um ein Stück weiter zu gehen.

In jedem Fall ist Trauer ein nach vorne gerichteter Prozess. „Trauer ist, wie man vorwärts kommt.“ Das habe ich in einem Vortrag von Ruthmarijke Smeding gelernt, die eine Methodik für die Ausbildung von Trauerbegleitern entwickelt hat. Sie hat uns ermutigt, mit trauernden Menschen ins Gespräch zu kommen, um herauszufinden, was ihnen jetzt gut tut.

Das Bewusstsein über verschiedene Wege des Trauerns kann uns auch für unsere Beratung in der floralen Gestaltung von Abschieden helfen. Natürliche, moderne Abschiedsgestaltungen zu erarbeiten, ist ein Teil in der aktuellen Veränderung der Trauerkultur, die nötig ist, um den Tod wieder als Teil des Alltags zu integrieren. Ziel unserer Arbeit sollte es sein, zu einer individuellen Gestaltung zu finden, die den weiterlebenden Menschen in dieser frühen Phase der Trauer hilft.

Oft ist die Blumengestaltung eine von vielen Themen, die es für den Trauernden zu bearbeiten gilt. Hier verschiedene Optionen zeigen zu können, aus denen ausgewählt werden kann, ist sicher hilfreich für Menschen, die sich nicht weiter mit der Gestaltung auseinandersetzen möchten. Gleichzeitig sollten wir auch das beratende Gespräch anbieten, um eine Gestaltung zu finden, die zu dem Verstorbenen und zum Trauernden passt. Für mich steht hier der Trauernde im Vordergrund, denn er ist es, der durch einen schönen Abschied ein Stück weiter gehen kann in seiner Trauer.

Auch wir dürfen in diesen Beratungen Fragen stellen, Zuhören, Vorschlagen und wieder verwerfen. Nicht immer finden wir gleich eine passende Idee. Dann dürfen wir den Vorschlag beiseitelegen und neu anfangen. Es beginnt eine gemeinsame, persönliche, gestalterische Arbeit. So lange, bis es sich für den Trauernden richtig anfühlt.

Ein Beitrag von Anne Hartmann – Krautundbluete

Alex Schirmer – Alexander Schirmer Photography, Anne Hartmann – Krautundbluete