Naturnahe Floristik
Freiheit und Experimentierfreude statt Steckschaum
Gefäßfüllungen mit alternativen Steckhilfen
„Ja, ich gebe zu, ich habe schon ziemlich viel Steckmasse in meinem Leben verarbeitet. Sie ist im Blumengeschäft allgegenwärtig und als Azubi habe ich die Auswirkungen der Steckmasse nicht hinterfragt, zumal sie auf dem Kompost entsorgt wurde (ja, wirklich! Mikroplastik war kein Thema). Zu meiner Verteidigung kann ich aber sagen, dass ich in der Abschlussprüfung die Steckarbeit mit alternativen Steckhilfen gestaltet habe. Denn Steckmasse ist kein Hingucker und sollte nur so verarbeitet werden, dass sie nicht sichtbar ist. Dieses Verdecken führt unweigerlich zu einer klobigeren Gestaltung mit viel Laub und Beiwerk. Wohingegen alternative Steckhilfen eine luftig-leichte und transparent anmutende Gestaltung zulassen. Mein erster Schritt weg von der Steckmasse war also begründet im Wunsch nach mehr gestalterischer Freiheit! Später kam auch das Bewusstsein hinzu, wie ungesund und umweltproblematisch die grünen Ziegel sind und damit wurde Steckschaum für mich zu einem No-Go.
Die bekannten und etablierten alternativen Steckhilfen sind Kenzan (Steckigel) und Maschendraht. Der Kenzan ist salopp gesagt ein Nagelbrett für Blumen. Viele scharfe Nadeln sind in einem Metallfuß befestigt. Dieser wird auf dem Gefäßboden plaziert und kann mit Blumen besteckt werden. Schwierig wird es bei sehr holzigen oder sehr dünnen Stielen, da kann zusätzlich oder ausschließlich Maschendraht in das Gefäß geknüllt werden. Die Stiele werden durch das Drahtgeflecht gesteckt und verhaken sich darin. Wer auf Steckmasse verzichtet, wird mit diesen beiden wiederverwertbaren Alternativen gut zurecht kommen.
Aber spannender ist es, weiter zu experimentieren. Ich suche gerne nach Gegenständen, die sich zur Steckhilfe zweckentfremden lassen oder Vasen, die gar keine Steckhilfe brauchen.
Eine kleine Auswahl stelle ich hier vor: Schallplattenständer, Dekobaum, Fonduesieb und eine Tulpenvase.
Die bekannten und etablierten alternativen Steckhilfen sind Kenzan (Steckigel) und Maschendraht. Der Kenzan ist salopp gesagt ein Nagelbrett für Blumen. Viele scharfe Nadeln sind in einem Metallfuß befestigt. Dieser wird auf dem Gefäßboden plaziert und kann mit Blumen besteckt werden. Schwierig wird es bei sehr holzigen oder sehr dünnen Stielen, da kann zusätzlich oder ausschließlich Maschendraht in das Gefäß geknüllt werden. Die Stiele werden durch das Drahtgeflecht gesteckt und verhaken sich darin. Wer auf Steckmasse verzichtet, wird mit diesen beiden wiederverwertbaren Alternativen gut zurecht kommen.
Aber spannender ist es, weiter zu experimentieren. Ich suche gerne nach Gegenständen, die sich zur Steckhilfe zweckentfremden lassen oder Vasen, die gar keine Steckhilfe brauchen. Eine kleine Auswahl stelle ich hier vor: Schallplattenständer, Dekobaum, Fonduesieb und eine Tulpenvase.
In den Plattenständer lassen sich die Stiele gut klemmen. Damit auch dünne Stiele nicht wegrutschen, habe ich die Unterseite mit Draht umwickelt. Der Ständer steht in einer flachen Wasserschale.
Das Fonduesieb funktioniert wie der Maschendraht, hat aber den Vorteil, dass es in sich sehr stabil ist und daher fest im Gefäß klemmt und keine weitere Befestigung braucht. Haben die Gefäße oben keinen nach innen gewölbten Rand oder Haken, muss der Maschendraht mit Wickeldraht o.ä. befestigt werden.
Der Dekobaum aus Messing weist durch seine Blattkrone eine schöne, haltgebende Struktur auf und ist durch sein Gewicht standfest, so dass er frei in einer Wasserschale stehen kann. Da der Baum selber schon ein handwerklich gearbeitetes Dekoelement ist, darf er – wie ein Gefäß auch – sichtbarer Teil der Gestaltung sein.
Die Original Tulpenvasen sind Pyramidenförmig und geben durch einzelne Tüllen den Blumen Halt. Diese Tulpenvase hier ist niedrig gearbeitet. Das führt dazu, dass trotz der einzelnen Tüllen die Blumenstiele kippeln. Da hilft es, mit verzweigten Stielen zu beginnen. In diesem Fall, weil es farblich perfekt passt, habe ich zuerst Brombeere und Heidelbeere verwendet. Diese hakeligen Stiele sorgen für perfekten Halt.
Zweige können auch immer gut als Steckhilfe verwendet werden. Bei Arrangements, die keine lange Haltbarkeit aufweisen müssen, können das auch trockene Zweige sein. Ansonsten bevorzuge ich immer frische Zweige oder setze die Zweige so ein dass sie nicht ins Wasser reichen, da trockene Zweige für Bakterien im Vasenwasser sorgen und damit die Haltbarkeit beeinträchtigen.
Und dann gibt es noch die verrottbare Steckmasse. Die ich tatsächlich noch nicht ausprobiert habe. Zum einen, weil die Umweltproblematik nicht komplett vom Tisch ist (insbesondere CO2-Ausstoß bei Herstellung und Transport) und zum anderen, weil ich ohne Steckmasse so glücklich bin.
Wie ich anfangs schon erwähnt habe, bietet die Gestaltung ohne Steckmasse mehr Freiheit. Die Blumen haben im Wasser eine längere Haltbarkeit als im Schaum. Dünne und empfindliche Stiele lassen sich einfacher verarbeiten. Mir fallen nur Gründe für Steckmasssenfreie Gefäßfüllungen ein.
Ich kann mir vorstellen, dass die verrottbare Steckmasse einen Platz in der Trauerfloristik bekommen kann (auch wenn ich persönlich lieber noch mit Moos arbeiten würde).
Aber ansonsten? Freiheit und Experimentierfreude statt Steckschaum!“
Ein Beitrag von Marie Cramer – Blumenworkshop
Bilder: Marie Cramer – Blumenworkshop
